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E-Mobilitätsmythen und was dahintersteckt

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E-Mobilitätsmythen und was dahintersteckt

Die Elektromobilität ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen herkömmliche Verbrennungsmotoren, was sich auch klar an den Zulassungszahlen ablesen lässt. Rund um das Thema halten sich dennoch einige hartnäckige Gerüchte. In diesem Blogbeitrag gehen wir den verbreitetsten Mythen und wieviel Wahrheit in ihnen steckt auf den Grund.

 

E-Autos sind teurer als Verbrenner

Stimmt. In der Anschaffung sind Elektroautos teurer als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotoren. Durch staatliche Prämien, geringere Wartungskosten und steuerliche Vorteile ist ein E-Auto auf seine gesamte Lebenszeit betrachtet jedoch oft die günstigere Option. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserer TCO-Analyse.

 

Die Reichweite der E-Autos taugt nur für Kurzstrecken

Stimmt nicht. Moderne E-Autos haben in der Regel eine Reichweite von 300 km und mehr. Damit lassen sich die meisten täglichen Fahrten und auch die ein oder andere weitere Reise ohne Probleme bewältigen. Lediglich E-Autos der Kleinwagenklasse sind üblicherweise in ihrer Reichweite begrenzt. Diese Fahrzeuge werden aber zumeist als Zweit- oder Stadtauto genutzt.

Übrigens: über 90% der Autofahrten in Österreich sind kürzer als 50 Kilometer.

 

Es gibt zu wenige Ladestellen

Stimmt. Es gibt in Österreich derzeit knapp 8.600 Ladepunkte. Das mag zwar nach viel klingen, aufgrund der steigenden Anzahl an E-Autos und der längeren Ladezeiten, wird aber ein Vielfaches davon benötigt. Der Ausbau der öffentlichen Ladestationen schreitet kontinuierlich voran. Europaweit bietet zum Beispiel IONITY alle 120 Kilometer eine Schnellladestation an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Wallbox anbringen zu lassen und das Auto zu Hause zu laden.

Zum Vergleich: In Österreich gibt es weniger als 3.000 „herkömmliche“ Tankstellen.

 

Für eine Ladung benötigt man mehrere Stunden

Stimmt nicht. Mittels CCS-Stecker können viele E-Autos hohe Ladeleistungen verarbeiten. Dadurch benötigen sie weniger als 30 Minuten um wieder auf 80 Prozent Batteriekapazität zu kommen. Wenn die Ladeleistung gering ist, kann eine Vollladung durchaus länger dauern, hier empfiehlt es sich das Fahrzeug dort zu laden, wo es ohnehin länger steht zum Beispiel am Arbeitsplatz oder zu Hause.

 

Man weiß nie, wie viel man für eine Ladung bezahlt

Stimmt. Die Ladepreise für E-Autos sind noch sehr intransparent. Je nach Anbieter zahlt man mehr oder weniger an der Ladesäule. Einen Überblick über die Tarife findet man meist nur auf der Website des Anbieters selbst.

 

Zu viele E-Autos überlasten das Stromnetz

Stimmt nicht. Aktuell stellen die E-Autos das heimische Stromnetz vor keine große Herausforderung. Selbst wenn die Anzahl an Elektroautos stark steigt bringt das das Stromnetz nicht an seine Grenzen. Sollten aber alle E-Autos gleichzeitig angesteckt werden und kein Lastenmanagement vorhanden sein, würde das tatsächlich zu einem Zusammenbruch des Stromnetzes führen. Gleiches gilt aber auch zum Beispiel für elektrische Herdplatten.

 

Brennende E-Autos kann man nicht löschen

Stimmt nicht. Wie bei den meisten modernen Autos brennt im Falle des Falles auch bei E-Autos meist die relativ gut löschbare Innenraumausstattung. Fängt jedoch der Akku eines E-Autos Feuer, wird der Löschvorgang komplizierter. Unlöschbar ist die Batterie aber selbst dann nicht. Die Feuerwehr hat unter anderem für solche Szenarien eine Löschlanze. Damit kann das Löschwasser direkt in die Batterie gespritzt und diese gelöscht werden.

 

E-Autos sind gefährlich für Fußgänger

Stimmt nicht. E-Autos sind aufgrund des fehlenden Verbrennungsmotors sehr leise unterwegs. Neu zugelassene E-Fahrzeuge müssen jedoch seit 1. Juli 2021 beim Fahren mit weniger als 20 km/h einen Warnton von sich geben. Bei schnellerer Fahrt reicht dafür das Abrollgeräusch der Räder aus.

 

E-Autos haben keine bessere Klimabilanz

Stimmt nicht. Über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs gesehen, stoßen Elektroautos tatsächlich weniger CO2 aus als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Die einzige Voraussetzung: der geladene Strom muss zum Großteil aus nachhaltiger Produktion stammen.

 

Die Batterie muss aufwändig entsorgt werden

Stimmt nicht. Sollte die Autobatterie nicht mehr als Fahrzeugbatterie zu gebrauchen sein, kann sie zu einem hohen Prozentsatz recycelt werden. So gehen die Seltenen Erden nicht verloren. Darüber hinaus können die Batterien gegebenenfalls auch als Energiespeicher für zu Hause verwendet werden. Man spricht dann von einer „2nd-Life“-Batterie.

 

Wasserstoff ist die bessere Alternative

Stimmt nicht. Wasserstoff ist sehr energieintensiv bei der Herstellung. Der dafür benötigte Strom sollte, im Sinne der Umwelt, CO2-neutral erzeugt werden (man spricht dann von „grünem Wasserstoff“). Im Unterschied zu Wasserstofffahrzeugen, können Elektroautos den Strom direkt für das Vorankommen nützen.